1989-1998 – Wiedergründung der SPD-Halberstadt im wiedervereinten Deutschland

Am 4. Oktober 1989 begann das Zeitalter der neuen Demokratie auch in Halberstadt. Den Beispielen aus Leipzig, Berlin und anderen ostdeutschen Städten folgend, riefen die Anhänger des Neuen Forum Halberstadt zum „Gebet für unser Land“ in die Martinikirche, dem alten Hort bürgerlicher Freiheiten, auf. Noch zaghaft aber entschlossen für eine Wende in der Politik folgten die Halberstädter diesem Aufruf. Jetzt fanden jeden Mittwoch ab 19.00 Uhr die politischen Demonstrationen im Schutz der Martinikirche statt.
Einen großen Erfolg konnte das Neue Forum am 28. Oktober 1989 auf der Veranstaltung im Halberstädter Klubhaus verzeichnen. Die Menschen unserer Stadt lechzten nach Freiheit, welches sich in einem fünfstündigen Dialog mit den damaligen Machthabern der SED und ihrer Blockparteien widerspiegelte.
Dies waren die ersten Schritte in die Freiheit, gewagt von Bürgern Halberstadts wie Johann-Peter Hinz, Ute Scheffler, Ute und Matthias Gabriel, Andreas Karger, Rosemarie Lauenstein und viele andere.
Für den Jugendpfarrer Herbert Schneider, dem Mitbegründer der SDP im Bezirk Magdeburg, war dies Anlaß auch in Halberstadt zur Gründung einer sozialdemokratischen Partei, als Zeichen der neu erwachten Demokratie, aufzurufen. Zusammen mit dem Arzt Dr. Günther Köllner, dem Pfarrer Peter Paul und dem alten Sozialdemokraten Karl Dilßner wurde der Aufruf zur Neugründung beschlossen. Am 15.11.1989 rief daher Herbert Schneider beim „Gebet für unser Land“ in der Martinikirche zur Gründung der SDP in Halberstadt auf. Am 18. November fanden sich dann acht Gründungsmitglieder bei Peter Paul zusammen. Neben den Obengenannten gründeten Anettte Leppinger (Damenschneiderin), Jürgen Leppinger (Technologe), Bernd Glückermann (Arzt) und Torsten Wilke (Altenpfleger) die SDP. In Halberstadt gab es wieder eine sozialdemokratische Partei! Am darauffolgenden Donnerstag folgten mit der Katechetin Rosemarie Lauenstein, den Ärzten  Dr. Hans-Joachim Haff und Tilman Unger und dem Chemiker Dr. Eckart Baum weitere Mitglieder. Bei den wöchentlichen Versammlungen bei Pastor Paul, im Gemeinderaum der Liebfrauenkirche und dann bei vollem Andrang in der Aula der Käthe-Kollwitz-Schule kamen immer mehr Mitglieder und Sympathisanten. Am 23.11.1989 wurde die Partei in Halberstadt mit dem Vorstand 1. Sprecher Herbert Schneider, 2. Sprecher Dr. Günther Koellner und Schriftführerin und Schatzmeisterin Anettte Leppinger dann arbeitsfähig.

Von Herbert Schneider wurde umgehend Kontakt zu den Genossen unserer frischgebackenen Partnerstadt Wolfsburg (24.10.1989) aufgenommen und um Unterstützung gebeten. Am 09.12.1989 fuhren deshalb Karl Köpke, der wie Matthias Gabriel inzwischen auch vom Neuen Forum kommend auch der SDP beigetreten war, gemeinsam mit Anette Leppinger, Karl Dilßner und Herbert Schneider nach Wolfsburg, um sich dort vorzustellen. Nach einer Übernachtung gleich hinter der Grenze wurden sie mit allen Ehren wie alte Sozialdemokraten empfangen. Die vier Delegierten bekamen alle erdenkliche Hilfe. Am Nachmittag war der PKW voller Papier und technischer Geräte. So lernten die Halberstädter Sozialdemokraten von ihren Genossen in Wolfsburg, was Solidarität heißt – und schlossen Freundschaft für immer. Nun konnte es endlich an die politische Arbeit gehen. Als erste poltische Partei der neuen Demokratie in Halberstadt wurde als Ausdruck ihrer Arbeit dank der Unterstützung der Druckerei Lüders wöchentlich bei den Gebeten in der Martinikirche ein Flugblatt herausgegeben.

Das „berühmte“ GELBE PAPIER der SDP wurde jeden Mittwoch nach der Gebetsstunde verteilt. Schon nach wenigen Minuten waren hunderte von Flugblättern verteilt. Die Menschen sogen die neuen Botschaften zu den ersten Schritten in die Freiheit förmlich in sich auf.
Da sich die SED und die ihr immer noch treu verbundenen Führungen der Blockparteien CDU, LDPD u.a. in Halberstadt und in ganz Ostdeutschland nicht von ihrer vierzigjährigen Diktatur trennen wollte, riefen das NEUE FORUM und die SDP zu einer Groß-Demonstration auf, an der sich etwa 20 000 Menschen aus Halberstadt und dem Vorharzgebiet mit Transparenten und Sprechchören beteiligten. Diese Demos mit brennenden Kerzen führten durch die damalige Karl-Marx-(jetzige Kühlinger-)Straße über Schwanebecker Straße, Rathenau-Straße, Spiegelstraße und Heinrich-Julius-Straße zum Holzmarkt zurück.

ES BLEIBEN UNVERGEßLICHE STUNDEN UNSERER ERSTEN FREIEN SCHRITTE!

Am 22. Dezember wurde dann ein Kreisvorstand gewählt. Neben dem Vorsitzenden Matthias Gabriel wurden als Stellvertreter Christoph Hurek, Wolfram Staats, Reinhard Kowalski, Herbert Schneider, Anette Leppinger, Dr. Gunther Koellner, Karl Köpke und Karl Dilßner gewählt. Nun entfaltete sich, wenn auch nicht immer zu aller Zufriedenheit, die Parteiarbeit im gesamten Kreisgebiet von Halberstadt. Ein Geschenk der Wolfsburger in Form eines Kopierers und ein reicher Segen an Spendengeldern aus der Halberstädter Bevölkerung speziell für den Druck der Flugblätter, führte zu dem Beschluß eine Geschäftsstelle in der Spiegelstraße 52 einzurichten. Nach Feierabend wurden die Räume unter anderen von Stefan Weiß und Hans-Jürgen Leppinger saniert und renoviert.

Eine große Hilfe bei der Bekämpfung der Überbleibsel der SED-Politik war die ZDF-Sendung „Kennzeichen D“ im Februar 1990, in der unser Parteifreund Karl Dilßner über die Machenschaften der Kommunsten beim Raub des SPD-Parteihauses Domplatz 48 berichtete. Dieses Grundstück war wie im Vorfeld schon berichtet nur aus Parteibeiträgen und Spenden in den Zwanziger Jahren finanziert wurden. Es war 1933 von den Nationalsozialisten geraubt wurden und vom dem Präsidenten des Landes Sachsen-Anhalt Prof. Hübener (LDPD=F.D.P.) Im Dezember 1945 den Kommunisten vermacht. Dank des fünf Jahren währenden Kampfes gegen die Treuhandanstalt konnte durch besonderes Engagement von Hans-Jürgen Leppinger, Matthias Gabriel, Dr. Eckart Baum u.a. SPD-Genossen aus Halberstadt, Magdeburg und Wolfsburg erreicht werden, daß das SPD-Eigentum der SPD-Konzentration in Bonn unter Zahlung von über 100 000 DM Schulden des zuletzt im Gebäude ansässigen VEB Kleiderwerkes übergeben wurde. Zahlreiche Versuche das Haus wieder als Haus der SPD zu nutzen, scheiterten aufgrund der zu erwartendenden hohen Sanierungs- und Betriebskosten. Inzwischen ist das Haus an die Architektengemeinschaft Hülsdell/Hallegger verkauft und wird als „Haus der Architekten“ von mehreren genutzt.

Zusammen mit Genossen und Sympathisanten aus der Partnerstadt Wolfsburg wurden nunmehr alle Aktivitäten auf die Rettung der Traditionsgaststätte „Bollmann“ gerichtet. Dank der Wolfsburger Bauherrengemeinschaft wurde das Haus in der Bakenstraße vor dem Abriß gerettet und am 21.03.1998 konnten wir stolz das Richtfest feiern. „Bollmanns Gasstätte“ ist wieder das Zentrum der Sozialdemokratie in Halberstadt und in der Nordharzregion. Das älteste Arbeiterversammlungslokal soll Treffpunkt aller sozial, ökologisch und demokratisch gesinnten Bürger Halberstadts und seiner Umgebung sein.

Im Februar 1990 waren innerhalb eines Vierteljahres aus dem Nichts 25 SPD-Ortsgruppen im Stadt- und Kreisgebiet entstanden, in denen über 100 neue Demokraten der ersten Stunden mitarbeiteten. Es war eine harte Arbeit, regelmäßig Informationsabende durchzuführen und Werbepläne zu entwickeln. Es machte aber auch Spaß allabendlich ein Dorf nach dem anderen zu besuchen und natürlich auch die umliegenden Städte, wie Osterwieck, Wegeleben und Schwanebeck. Nun ging es in Riesenschritten auf die Volkskammerwahlen im März 1990 zu. Die Parteifreunde Karl Dilßner, Matthias Gabriel und Hartmut Goeldner nahmen am SPD-Parteitag in Leipzig teil, bei dem Willy Brandt den Ehrenvorsitz übernahm. Alle hatten nach den anstrengenden Tagen des Wahlkampfes dank der überzeugenden Argumente auf einen Sieg der jungen Demokratie in der noch DDR gehofft, die von dem Neuen Forum und der SPD repräsentiert wurde. Das Klubhaus in Halberstadt war angemietet. Viele Wolfsburger Genossen waren auch angereist. Doch das Ergebnis von nur 25% ließ nur Betroffenheit aufkommen. „Die D-Mark hatte gesiegt!“ Doch die junge Partei kämpfte weiter. Hans-Jürgen Leppinger wurde als hauptamtlicher Kreisgeschäftsführer eingestellt. Daneben wurden mit Hilfe von Wolfsburger Genossen die Arbeiterwohlfahrt und der Flüchtlingshilfeverein gegründet. Bei den Kommunalwahlen am 6. Mai 1990 zahlte sich die Basisarbeit aller SPD’ler aus. Die SPD errang im Stadtrat 16 und im Kreistag 22 Mandate. Der erste Fraktionsvorsitzende im Kreistag und Mitbegründer der SDP in Halberstadt Herbert Schneider verstarb plötzlich und für alle unfaßbar im August 1990 an einem Krebsleiden. Ihm folgten Hermann Lienecke und Hermann Prasse aus Osterwieck als Fraktionsvorsitzender. Mit Thomas Veil aus Holzminden war ein SPD’ler auch erster Landrat im Kreis Halberstadt. Den Vorsitz in der Stadtfraktion hatten Dr. Axel Reinhard und bald folgend Dr. Eckart Baum. Mit Matthias Gabriel, dem späteren Wirtschaftsminister bekam Halberstadt im Mai 1990 wieder einen sozialdemokratischen Bürgermeister. Johann-Peter Hinz von Neuen Forum – Herz und Seele der demokratischen Revolution 1989 in Halberstadt – wurde ebenfalls mit großer Mehrheit zum Präsidenten des Stadtrates gewählt. Am 12. Oktober 1990 konnten die zwei Halberstädter Anette Leppinger und Karl Köpke über die Landesliste (Platz 17 und 27) in den neugewählten Landtag von Sachsen-Anhalt einziehen.

Zweifelloser Höhepunkt im Jahr 1991 war das 120-jährige Jubiläum der Gründung des Ortsvereins der SPD am 28.September 1871. Am 20. September 1991 fand eine Festveranstaltung im  Halberstädter Klubhaus statt, an der viele Gäste von Ortsvereinen aus dem Landkreis, der Nordharzregion und natürlich aus der Partnerstadt Wolfsburg begrüßen konnten. Viel Arbeit bereitete der Erhalt der jungen Ortsvereine auf dem Land, die die Hilfe der Genossen aus der Stadt benötigten. Da der Zustrom an Mitgliedern nach der Begeisterung der ersten revolutionären Tage 1989/1990 stagnierte und z.T. rückläufig war, mußten in der SPD in Sachsen-Anhalt neue Organisationsstrukturen gefunden werden. Aus den Landkreisen Halberstadt, Oschersleben, Quedlinburg und Wernigerode wurde daher der Unterbezirk „Nordharz“ gegründet, in dem Dr. Eckart Baum als stellvertretender Vorsitzender, Anette Leppinger und Hermann Prasse mitarbeiteten. Das Halberstädter Büro in der Spiegelstraße 52 wurde als Sitz des Unterbezirkes gewählt. Auch den zunächst nach der Wende entstandenen vier Ortsvereinen in Halberstadt bildete sich gemeinsamer Ortsverein für Halberstadt, der auch für SPD-Mitglieder aus Harsleben und Langenstein eine Heimat bildet. Gerald Heth, Horst Harig und Rainer Metke, der ab 1995 SPD-Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Wernigerode war, standen dem Ortsverein vor. Seit 1997 leitete Elisabeth Bartsch die Geschicke der Ortsvereins Halberstadt. Dank der Initiative von Karl Dilßner und aktiver Unterstützung von Horst Harig und Gerd Rabe beteiligte sich der Ortsverein Halberstadt an dem Ausscheid um den Wilhelm-Dröscher-Preis beim SPD-Bundesparteitag 1992 in Bremen. Mit dem Ausstellungsexponat „120 Jahre SPD in Halberstadt“ konnten die Genossen einen 500 DM Sonderpreis erringen. Zahlreiche prominente Sozialdemokraten besuchten den Stand und Karl Dilßner konnte für den Erhalt des SPD-Hauses Domplatz 48 werben.

Das Jahr 1994 brachte dann dem noch jungen SPD-Ortsverein Halberstadt die nächste Belastungsprobe, denn es galt vier Wahlkämpfe zu bestreiten. In Vorbereitung der Europa- und Kommunalwahlen fand im Frühjahr auf der Jahnwiese in den Halberstädter Bergen am Tiergarten ein großes Volksfest statt, das von den Halbestädtern sehr gut besucht wurde. Eine umfangreiche Wahlkampfbroschüre zeigte den Halberstädtern die Erfolge der Stadt Halberstadt mit Ihrem SPD-Bürgermeister Matthias Gabriel und den Stadtverordnetenfraktionen der SPD und des Neuen Forums. Zahlreiche Gespräche mit den Bürgern an den Wahlkampfständen und bei einer Wahlkampftour mit der Halberstädter Straßenbahn zahlten sich aus, denn die SPD erreichte in Halberstadt einen Zuwachs von 15% der Stimmen und konnte mit 16 Abgeordneten in den Stadtrat einziehen. Da das Neue Forum mit 10% der Stimmen ebenfalls 4 Mandate errang, erreichte beide befreundeten politischen Organisationen mit der Oberbürgermeisterstimme die knappe Mehrheit und damit das Vertrauen der Halberstädter Bevölkerung. Matthias Gabriel wurde mit 65% der Stimmen in das neu geschaffene Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Halberstadt gewählt. Auch im Kreisgebiet erhielt die SPD dank der Stimmenzuwächse 13 der 40 Kreistagsmandate. In den Gemeinden Rodersdorf (Gabriele Menzel), Schwanebeck (Jürgen Nowak), Rhoden (Dr. Uwe Mühlenweg), Ströbeck (Peter Sarotnick), Harsleben (Klaus Gabrisch) und Aderstedt (Thomas Bartels) konnte die SPD die Ortsbürgermeister stellen. Der Landratskadidat Hans Klamroth schied bereits bei dem ersten Wahlgang aus. In der Stichwahl siegte dann der parteilose Henning Rühe. Bei der Landtagswahl konnte dann Anette Leppinger das Direktmandat im Wahlkreis 15 erringen. Unser Listenkandidat der Ortsvereinsvorsitzende Rainer Metke zog wenig später als Nachrücker in den Landtag von Sachsen-Anhalt ein. Bei den Wahlkampfveranstaltungen und zu anderen Höhepunkten des SPD-Ortvereinslebens konnten wir viele prominente Gäste in Halberstadt begrüßen, so z.B. Reinhard Höppner, Rüdiger Fikentscher, Hans-Jochen Vogel, Rudolf Scharping, Regine Hildebrandt, Guenther Verheugen, Heide Simonis, Wolfgang Thierse und Gerhard Glogowski. Die Berufung von Matthias Gabriel als Staatsekretär in das Wirtschaftsministerium von Sachsen-Anhalt brachte 1996 dann wieder viel Arbeit für den aktiven Kern des Ortsvereines, denn es galt Hans-Georg Busch bei seiner Kandidatur für den Oberbürgermeister zu unterstützen. Entgegen der CDU-Parole „Einer von uns“ verfehlte der „neue“ Halberstädter Sozialdemokrat im ersten Wahlgang gegen die Kandidaten von PDS und CDU nur knapp die erforderliche absolute Mehrheit und setzte sich dann im zweiten Wahlgang gegen Andreas Karger (CDU) durch. So bestätigten die Halberstädter die gute Politik der SPD in Halberstadt und wählten einen geborenen Wolfsburger in das verantwortungsvolle Amt des Oberbürgermeisters. Durch die gute Zusammenarbeit von SPD und Neuem Forum im Stadtrat wurden wichtige Beschlüsse, wie die Sanierung des erhaltenen Teils der historischen Altstadt und die Neubebauung des Stadtzentrums mit dem Neubau des Rathauses mit historischen Teilen entsprechend des Entwurfes der Architekten Hülsdell und Hallegger sowie der Bau des Schwimm- und Sportzentrums am Spiegelsbergenweg durchgesetzt.
Auch auf kommunalwirtschaftlichen Gebiet wurden in der Stadt Halberstadt dank der guten Zusammenarbeit der Stadtverwaltung mit der SPD-Stadtfraktion Erfolge erzielt. Zusammen mit den Partnern Ferngas Salzgitter und THÜGA entwickelten sich die Stadtwerke zu einem leistungsfähigen Dienstleistungsunternehmen für die Interessen der Bürger. Auch die städtische Eigenbetrieb „Stadt- und Landschaftspflege“ und die Holding aller städtischen Unternehmen NOSA GmbH sind ein Motor für die wirtschaftliche Entwicklung Halberstadts.
Dank der klugen Politik von Matthias Gabriel und Hans-Georg Busch wurde die Verlagerung des Handels auf die „grüne Wiese“ verhindert und so der Aufschwung des innerstädtischen Handels und Wandels befördert. Der Erhalt und die Neuansiedlung von mittelständischen Gewerbebetrieben brachte Halberstadt ein für das Land Sachsen-Anhalt überdurchschnittliches Arbeitsplatzangebot und ein gutes Gewerbesteueraufkommen. Dank des Einsatzes der SPD-Politiker wurde Halberstadt als historisches Regionalzentrum zum Mittelzentrum mit Teilfunktion Oberzentrum mit vielen Landes- und Bundesbehörden. Auch zu diesen Arbeitsstätten pendeln viele Bewohner aus der Region ein. Seit 1997 führt mit Elisabeth Bartsch erstmals eine Frau unseren SPD-Ortsverein und versucht mit Engagement politische Arbeit und Geselligkeit im Ortsverein zu verbinden. Neue Bewährungen brachte dann ab März 1998 der Landtags- und Bundestagswahlkampf für die Halberstädter SPD. Am 21. März fand gemeinsam mit vielen Halberstädter Bürgern, den Genossen aus Wolfsburg als Bauherren und unserem Ministerpräsidenten Reinhard Höppner das Richtfest für „Bollmanns Gaststätte“ als Straßenfest in der Bakenstraße statt.
Anette Leppinger wurde mit deutlichem Vorsprung zum drittem Mal in den Landtag von Sachsen-Anhalt gewählt.
Am 3. September wurde mit großer Anteilnahme der Bürger Halberstadts das neue Stadtzentrum eingeweiht. Auch zur Eröffnung des Rathauses an seiner historischen Stelle am 3. Oktober bewies die Bevölkerung Halberstadts ihr Vertrauen zum Oberbürgermeister Hans-Georg Busch (SPD) und zur Bürgermeisterin Ute Gabriel (Neues Forum) und der sie unterstützenden Stadtratsfraktionen von SPD und Neuen Forum durch eine nicht erwartete überwältigende Teilnahme an diesem Ereignis.
Die Bundestagswahl am 27.09.1998 brachte nicht nur den Sieg von Gerhard Schröder sondern auch den Bundestagssitz für die Nordharzregion für die SPD’ler Dr. Eberhard Brecht (Quedlinburg) und Tobias Marhold (Wernigerode).